Legítimo® · Legítimo® #5 (F1) · Pablo Picasso®
1. Legítimo® – Liniencharakteristik und genetischer Hintergrund
Legítimo® basiert auf einer stabilisierten Linie mit wiederholt dokumentierter Panachierungs-Vererbung. In unseren Langzeitbeobachtungen (ab 1998, Wiederholungen bis 2025) zeigte sich:
Dominante Weitergabe der Panachierung bei bestimmten Kreuzungskombinationen.
Auftreten chimärenartiger Blattmuster in frühen Generationen.
Rückkreuzungen auf Legítimo® führten teilweise zu diploider Stabilisierung bei gleichzeitiger Beibehaltung des Legítimo-Typus.
In Hybridkombinationen mit buntlaubigen Linien wurde eine zunehmende Dominanz der Panachierung in späteren Generationen dokumentiert (Bestätigung früherer externer Versuchsreihen).
Morphologisch zeigt Legítimo®:
Variable Stängeloberflächen (glatt bis leicht bewehrt)
Unterschiedliche Keimblatt-Variationen
Teilweise hopfenähnliche Blattsegmente in frühen Stadien
Gute Regenerationsfähigkeit nach Schnitt oder Pfropfung
2. Legítimo® #5 – Erste Generation (F1)
Die erste Generation von Legítimo® #5 zeigt einen auffallend homogenen Typ mit klar definiertem Entwicklungsverlauf:
Phase 1 – Juvenile Struktur (Indica-Typ)
Anfangs aufrechter Wuchs
Kompakte Internodien
Breitblättrige, indica-artige Morphologie
Stabile Stammachse
Phase 2 – Morphologischer Übergang (4.–5. Internodie)
Zwischen der vierten und fünften Internodie tritt eine deutliche Umstellung auf:
Veränderung der Blattarchitektur
Verlängerung der Internodien
Beginn einer kletternden Wuchsform
Flexible, rankende Triebspitzen
Dieser Übergang wirkt genetisch programmiert und nicht stressinduziert.
Phase 3 – Autonome Blüteninduktion
Nach etwa drei Monaten beginnt eine autonome Blütenbildung (autoflower-ähnlich), unabhängig von Photoperiodenänderung.
Charakteristik:
Kontinuierliche Blütenneubildung bis zum Herbstbeginn
Untere Buds reifen vollständig aus
Gleichzeitig treiben die apikalen Spitzen weiter und bilden neue Blütenansätze
Mehrphasige Reifezonen innerhalb einer einzigen Pflanze
Dieses Verhalten deutet auf eine interne, zeitgesteuerte Entwicklungsregulation hin.
3. Pablo Picasso® – Panachierungsdynamik und Hybridverhalten
Pablo Picasso® unterscheidet sich genetisch in der Art der Panachierungsvererbung:
Weiblich dominante Vererbung
Männlich rezessive Weitergabe
In F1-Kombinationen mit grünlaubigen Linien >30 % panachierte Nachkommen bei weiblicher Mutterlinie
Panachierung tritt nur dann deutlich auf, wenn die mütterliche Linie Pablo Picasso® ist
Weitere dokumentierte Eigenschaften:
Hoher Anteil chimärenartiger Blattmuster (>70 % in bestimmten Hybridkombinationen)
Teilweise Sterilität bis zu ~50 % bei bestimmten Kreuzungen
Starke phänotypische Annäherung an Legítimo® #2 in späteren Generationen
Stabilisierung eines klaren Typus nach ca. 10 Generationen
4. Vergleich: Legítimo® #5 (F1) vs. Pablo Picasso®
Merkmal
Legítimo® #5 (F1)
Pablo Picasso®
Frühwuchs
Aufrecht, indica-typisch
Variabel
Internodien-Übergang
4.–5. Internodie morphologischer Wechsel
Keine feste Schwelle dokumentiert
Wuchsform später
Kletternd / rankend
Je nach Linie stabilisiert
Blühverhalten
Autonom nach ~3 Monaten
Photoperiodisch, abhängig von Kreuzung
Panachierung
Linienabhängig dominant
Weiblich dominant
Reifestruktur
Mehrphasige Blütenreife
Klassische Reifestruktur
5. Zytologische und experimentelle Hinweise
Aus den dokumentierten Projektdaten:
Polyploide Hybriden zeigten anfänglich grünlaubigen, kräftigen Wuchs
Panachierung setzte teilweise erst ab F3 dominant ein
Rückkreuzungen konnten leere Samen erzeugen
Legítimo-Nachzuchten aus bestimmten Hybridlinien fielen wieder diploid zurück, blieben jedoch phänotypisch stabil
6. Entwicklungsbiologische Interpretation
Die F1 von Legítimo® #5 zeigt ein dreistufiges Entwicklungsmodell:
Juvenile Indica-Phase
Struktureller Morphologie-Shift
Zeitgesteuerte autonome Reproduktionsphase
Das kontinuierliche Nachschieben von Blüten an den Spitzen bei gleichzeitiger Reifung der unteren Buds deutet auf:
gestaffelte Meristem-Aktivität
modulierte Apikaldominanz
zeitversetzte Hormonregulation
7. Zusammenfassung
Legítimo® steht für stabile morphologische Übergänge und experimentell belegte Panachierungsdynamik.
Legítimo® #5 (F1) zeigt einen außergewöhnlich homogenen Entwicklungsverlauf mit klar definierter morphologischer Schwelle und autonomer Blühinduktion.
Pablo Picasso® differenziert sich durch eine weiblich dominante Panachierungsvererbung und hohe Chimärenquote.
Beide Linien liefern wertvolle Modelle zur Untersuchung von Morphogenese, Meristem-Steuerung und Variegationsvererbung.
Genetiklinien Legítimo® und Pablo Picasso® weisen eine hohe Regenerationsfähigkeit, definierte morphologische Übergänge sowie eine ausgeprägte Panachierungsdynamik auf. Legítimo® #5 (F1) zeichnet sich durch eine kletternde Wuchsform und eine autonome Blüteninduktion nach etwa drei Monaten aus. Diese Eigenschaften machen die Pflanzenmodelle, die für ihre chimärenartigen Blattmuster und stabilen Übergänge bekannt sind, geeignet für morphogenetische Experimente.
Legítimo® #5 (F1) repräsentiert eine außergewöhnlich homogene erste Generation mit klar definiertem Entwicklungsverlauf. Diese Linie kombiniert eine kompakte, indica-ähnliche Jugendphase mit einem später einsetzenden morphologischen Strukturwechsel.
In den ersten Wochen zeigt die Pflanze einen aufrechten, kräftigen Wuchs mit kurzen Internodien und breiter Blattstruktur. Zwischen der 4. und 5. Internodie erfolgt ein deutlicher Übergang: Die Internodien verlängern sich, die Blattarchitektur verändert sich, und die Pflanze entwickelt eine flexible, kletternde Wuchsform.
Nach etwa drei Monaten beginnt eine autonome Blüteninduktion. Die unteren Blütenstände reifen vollständig aus, während an den Triebspitzen kontinuierlich neue Blüten gebildet werden. Dadurch entsteht eine gestaffelte Reife mit langer Ernteperiode bis zum Herbstbeginn.
Charakteristik
Homogener F1-Typ
Indica-orientierte Jugendphase
Morphologischer Übergang ab 4.–5. Internodie
Kletternde Struktur im späteren Stadium
Autonome, langanhaltende Blütenbildung
Mehrphasige Reifestruktur
Legítimo® #5 steht für Dynamik, Strukturwandel und genetische Stabilität innerhalb einer klar definierten Entwicklungsabfolge.
🌿 Entwicklungsphase vor der Blüte
(Morphologischer Vorbote der Reproduktionsphase
Die Blütephase steht unmittelbar bevor. Bereits vor dem sichtbaren Ansatz der ersten Blütenstände zeigen sich deutliche morphologische Veränderungen in der Blattstruktur.
Typisch für Legítimo® #5 (F1) ist eine Übergangsphase, in der zunächst ungefingerte oder nur schwach segmentierte Blätter gebildet werden. Kurz vor der Blüteninduktion erscheinen dann wieder deutlich gefingerte Blätter.
Dieses Muster ähnelt dem bekannten Verlauf bei GPP-Typen sowie bei bestimmten „Swag“-Phänotypen, bei denen die Pflanze vor der generativen Phase eine temporäre Vereinfachung der Blattstruktur zeigt und anschließend wieder komplexere Blattsegmente ausbildet.
Diese Blatttransformation gilt als zuverlässiger Indikator dafür, dass:
die hormonelle Umstellung bereits eingesetzt hat
die Pflanze sich im Übergang von vegetativ zu generativ befindet
die Blütenbildung kurz bevorsteht
Die sichtbare Blattveränderung ist somit kein Stresssymptom, sondern Teil des genetisch programmierten Entwicklungszyklus.