🌿 Die Geschichte der ABC – Von „Mongy Weed“ bis Subterfuge

(ergänzt um Landrassen-Ergebnisse & morphologische Einordnung)

🌱 1️⃣ Frühphase – „Mongy Weed“ (Australien, 1970er–80er)

Unter Bezeichnungen wie:

Mongy Weed

Bastard Cannabis

Bindi

Dizzy

„Drunken Bastard“

wurde eine Pflanze beschrieben, die:

kaum wie klassisches Cannabis wirkte

einfache oder stark reduzierte Blattspreiten zeigte

teilweise kaum fiederte

schwer identifizierbar war

buschig oder halb-kletternd wuchs

„Mongy“ war australischer Slang für „abnorm“ oder „verwildert“.

In dieser Phase handelte es sich offenbar nicht um gezielte Zucht, sondern um eine lokal kursierende, ferale Population mit stabiler, aber ungewöhnlicher Blattarchitektur.

Ergebnis der Landrassenphase:

hohe morphologische Variabilität

rezessive Blattmutation bereits konsistent vorhanden

keine Hinweise auf gezielte Hybridisierung

🌿 2️⃣ Dizzy – die kletternde Variante

Hier wird die Linie differenzierter beschrieben:

längere Internodien

stärker rankender / lianenartiger Habitus

noch stärker reduzierte Fiederung

teils sehr schmale Blattspreiten

Wichtig:

„Dizzy“ gilt in historischen Berichten meist als Variante innerhalb der ABC-Population, nicht als neue Mutation.

Landrassen-Ergebnis:

→ Wahrscheinlich regulatorische Variation derselben Grundmutation

→ Umweltselektion könnte die Wuchsform moduliert haben

🌿 3️⃣ Domestikationsphase – SubRosa (frühe 2000er)

Mit Projekten wie SubRosa begann die gezielte Stabilisierung:

Narrative dieser Phase:

„taming the wild form“

„camouflaged by nature“

„vigour of the wild form“

„stabilized for open pollination“

Hier wurden:

IBL-Linien aufgebaut

Standorte („Sites 1–4“) getrennt erhalten

ABC als Tarnpflanze vermarktet

Ergebnis dieser Phase:

Morphologie wird stabilisiert

Ertrag leicht verbessert

Blattform konsistent fixiert

🌿 4️⃣ Subterfuge – Outcross-Optimierung

Mit Projekten wie Subterfuge (im Umfeld von Hyb Seeds):

Outcross mit leistungsstärkeren Linien

Verbesserung von Potenz

bessere Blütenstruktur

Beibehaltung der ABC-Blattform

Hier verschiebt sich der Fokus:

von Erhalt → zu funktionaler Optimierung

🌿 Die Hopfen-Spekulation – nüchterne Analyse

Botanische Realität

Cannabis sativa

und

Humulus japonicus

gehören beide zur Familie Cannabaceae.

Aber:

intergenerische Samenhybriden gelten als extrem selten

reproduzierbare, fertile Naturhybriden sind historisch nicht belegt

Chromosomenbarrieren sprechen dagegen

In Australien existieren Pflanzen wie:

Dodonaea viscosa

die „Hopfenbusch“ genannt werden, jedoch taxonomisch völlig anders stehen.

Fazit für ABC:

Für die ursprüngliche ABC-Landrasse gibt es keine belastbaren Belege einer Hopfenbeteiligung.

🌿 Wahrscheinlichste Erklärung der ABC-Morphologie

Alles spricht für:

natürliche Mutation

rezessive Blattentwicklungsvariation

regulatorische Veränderung in der Blattprimordienbildung

veränderte Auxin-Verteilung

reduzierte Segmentierung des Blattrandes

Das erklärt:

einfache Blattspreite

reduzierte Fiederung

Tarnwirkung

fernartige Struktur

Ohne Hybridisierung.

📘 Entwicklungsübersicht

Phase

Charakter

Ergebnis

Mongy Weed

wilde Mutation

hohe Variabilität

Dizzy

kletternde Variante

Wuchsmodifikation

SubRosa

Stabilisierung

IBL-Linien

Sites 1–4

Preservation

genetische Sicherung

Subterfuge

Outcross

Leistungsoptimierung

🌿 Einordnung in heutige Diskussion

Historisch betrachtet ist ABC:

→ mit hoher Wahrscheinlichkeit eine eigenständige Cannabis-Mutation

→ keine belegte Hopfen-Kreuzung

→ später hybridisiert und optimiert

Gleichzeitig existieren heute dokumentierte Zuchtprojekte, die intergenerische Ansätze untersuchen – das ist jedoch ein moderner, kontrollierter Kontext und darf nicht rückwirkend auf die australische Landrasse projiziert werden.