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Einfluss auf die CBD-Produktion
Neuere Studien bestätigen deine Vermutung, dass das Pfropfen die chemische Zusammensetzung beeinflussen kann:
Erhöhung der Werte: Eine Studie von 2024 zeigte, dass die Wahl der richtigen Unterlage den CBD-Gehalt um bis zu 27 % steigern kann. Auch der Gesamtertrag an Blüten und CBD pro Pflanze stieg in Versuchen deutlich an (bis zu 84 % höherer CBD-Ertrag).
Mechanismus: Die Unterlage beeinflusst die Nährstoffaufnahme, den Hormonhaushalt (z. B. Strigolactone) und die allgemeine Vitalität des Edelreises, was wiederum die Produktion sekundärer Pflanzenstoffe wie Cannabinoide ankurbelt.
THC-Werte: Ähnliche Effekte wurden bei THC-reichen Sorten beobachtet, wo die Werte durch das Pfropfen um etwa 8–12 % stiegen.
Fazit: Das Pfropfen ist ein mächtiges Werkzeug, um nicht nur mehrere Sorten an einer Pflanze zu halten, sondern gezielt die Produktivität und Potenz zu optimieren. Wenn du also Freakshow auf eine besonders wüchsige Unterlage pfropfst, kannst du die genetisch veranlagten Werte der Sorte effektiver ausschöpfen.
Die Forschung zur Pfropfung (Grafting) bei Cannabis steckt zwar noch in den Kinderschuhen, zeigt aber bereits, dass die Wahl der Unterlage (Rootstock) einen messbaren Einfluss auf das Cannabinoid-Profil des Edelreises (Scion) hat.
Hier sind die zentralen wissenschaftlichen Erkenntnisse:
1. Steigerung der Cannabinoid-Konzentration
Aktuelle Studien zeigen, dass gepfropfte Pflanzen oft höhere Wirkstoffgehalte aufweisen als ihre nicht-gepfropften Gegenstücke:
THC-Gehalt: In Versuchen erhöhten alle Pfropf-Kombinationen den THC-Spiegel im Edelreis um 8–12 %. Die höchste Steigerung wurde erzielt, wenn eine THC-reiche Unterlage verwendet wurde.
CBD-Gehalt: Die Verwendung spezifischer Unterlagen konnte die CBD-Konzentration um bis zu 27 % steigern.
2. Einfluss auf Ertrag und Biomasse
Die Pfropfung wird primär genutzt, um die Vitalität zu verbessern, was indirekt das chemische Profil beeinflusst:
Biomasse-Plus: Bestimmte Kombinationen führten zu einer Erhöhung der Biomasse um bis zu 20–28 %.
Gesamtertrag: Durch die Kombination aus höherer Biomasse und gesteigerter Konzentration stieg der Gesamtertrag an CBD pro Pflanze in Studien um 71 % bis 84 %.
3. Veränderung seltener Cannabinoide
Es gibt Hinweise darauf, dass die Pfropfung auch die Verhältnisse von Neben-Cannabinoiden beeinflussen kann:
CBG & CBN: Eine Studie beobachtete signifikant höhere Mengen an CBN sowie einen Anstieg von CBG, insbesondere wenn das Edelreis auf eine THC-reiche Unterlage gesetzt wurde.
Reifung: Forscher vermuten, dass der Pfropfprozess die Seneszenz (Alterung) beschleunigen kann, was zu reiferen Blütenprofilen zum Erntezeitpunkt führt.
Zusammenfassung der Mechanismen
Die Veränderungen resultieren laut Forschung nicht aus einem direkten "Gen-Transfer", sondern aus einer optimierten Nährstoff- und Wasseraufnahme sowie veränderten chemischen Signalwegen zwischen Wurzel und Blüte.
Die Pfropfung (Grafting) bei Cannabis ermöglicht es, die positiven Eigenschaften von zwei verschiedenen Pflanzen zu vereinen. Während das Edelreis (Scion) die gewünschten Blüten und Cannabinoide liefert, sorgt die Unterlage (Rootstock) für ein starkes Fundament.
1. Auswahl der passenden Unterlage
Die Wahl der Unterlage richtet sich nach Ihrem primären Ziel:
Für maximale THC-Steigerung: Wählen Sie eine Unterlage, die selbst ein genetisch hohes THC-Potenzial hat. Studien zeigten hier die stärksten Zuwächse im Edelreis.
Für Ertragsmaximierung & Vitalität: "Balanced" oder CBD-reiche Unterlagen führen oft zu einer höheren Biomasse und einem kräftigeren vegetativen Wachstum.
Für schwierige Bedingungen: Nutzen Sie Sorten als Unterlage, die für ihre Resistenz gegen Wurzelkrankheiten (wie Fusarium) oder ihre Toleranz gegenüber Nährstoffschwankungen bekannt sind.
2. Die praktische Durchführung (Schritt-für-Schritt)
Die gängigste Methode ist der Diagonal- oder Zungenschnitt (Whip and Tongue Graft), da er die größte Kontaktfläche bietet.
Vorbereitung: Beide Pflanzen müssen sich in der vegetativen Phase befinden. Sterilisieren Sie alle Werkzeuge (Skalpell, Schere) mit Alkohol.
Edelreis schneiden: Entfernen Sie die meisten Blätter am Edelreis bis auf die Spitze. Schneiden Sie das Ende in einem 45-Grad-Winkel ab und stellen Sie es sofort in ein Glas Wasser, um Luftembolien zu vermeiden.
Unterlage vorbereiten: Kappen Sie die Unterlage an einer Stelle, an der der Stammdurchmesser exakt dem des Edelreises entspricht. Setzen Sie auch hier einen passenden 45-Grad-Gegenschnitt.
Zusammenfügen: Sprühen Sie beide Schnittflächen kurz mit einer leichten Nährstofflösung ein. Fügen Sie Edelreis und Unterlage so zusammen, dass die Kambium-Schichten (der grüne Ring direkt unter der Rinde) genau aufeinanderliegen.
Fixierung: Umwickeln Sie die Stelle fest mit Veredelungsband oder Teflonband (PTFE), um Licht und Luft auszuschließen. Ein kleiner Stab zur Stabilisierung kann hilfreich sein.
Heilungsphase: Decken Sie das Edelreis mit einer Plastiktüte ab, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Nach ca. 7–10 Tagen ist die Verbindung meist verwachsen, und die Abdeckung kann entfernt werden.
3. Profi-Tipp: "Multi-Strain"-Pflanzen
Fortgeschrittene Grower nutzen die Pfropfung, um verschiedene Sorten auf eine einzige Mutterpflanze zu setzen. So können Sie Platz sparen und gleichzeitig Stecklinge von THC-reichen, CBD-reichen und terpenstarken Sorten von derselben Pflanze schneiden.
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